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Multiple Sklerose - Was ist das überhaupt?

Zunächst kurz vorweg:

  • MS ist nicht ansteckend
  • MS ist nicht tödlich
  • MS ist keine Geisteskrankheit


Hinter dem Namen Multiple Sklerose oder aber auch abgekürzt MS verbirgt sich eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die mit verstreuten, später vernarbenden und sich verhärtenden Entzündungsherden einhergeht (multiple = zahlreich, Sklerose = Verhärtung).

Zeitweise findet sich für den Begriff MS auch die Bezeichnung Encephalomyelitis disseminata (abgekürzt E.d.). Dieses komplizierte Wortgebilde setzt sich zusammen aus Encephalon (das Gehirn) und Myelon (das Rückenmark). Die Wortendung "itis" steht für die Entzündung, die disseminiert
(= verstreut) in Gehirn und Rückenmark auftritt.

Unser Gehirn sendet mit Hilfe von Nervenfaserbündeln Signale über das Rückenmark zum Körper. Eine weiße, fettreiche Substanz umgibt die Nervenfasern – dies sind die Markscheiden (= Myelin). Diese Markscheiden stellen durch ihre Isolierfähigkeit die schnelle elektrische Signalausbreitung sicher. Im Falle der MS zerfallen die Markscheiden herdförmig verstreut an verschiedenen Stellen des Nervensystems. Da diese Herde unterschiedliche Größen haben und an verschiedenen Orten auftreten können, können verschiedenartige Krankheitszeichen auftreten.

Die beschriebene Entzündung als solches bewirkt lediglich eine kurzfristige Störung, die manchmal sogar – je nach Lage – keine wahrnehmbaren Symptome verursacht und somit unbemerkt bleibt. Beim Rückgang der Entzündung kann sich an der befallenen Stelle eine Narbe bilden. Die aus Bindegewebe bestehende Narbe kann keine Nervenimpulse weiterleiten, sie ist eine Leitungsbarriere, vernarbte Herde sind nicht mehr in funktionsfähiges Nervengewebe wandelbar.

Die Krankheitssymptome als Folge der beschriebenen Störungen im Nervensystem können sehr unterschiedlich sein, z.B. kann es zu Missempfindungen (z.B. Kribbeln), Sehstörungen, Bewegungseinschränkungen oder aber auch Erschöpfung/Müdigkeit kommen.

Aber nicht nur die Symptome der MS zeigen eine große Varianz, die MS variert auch hinsichtlich ihres Verlaufes. Verlaufsformen mit akuten Verschlechterungen (primär schubförmig) sind von solchen mit schleichendem Beginn und langsamem Fortschreiten (chronisch progredient) zu unterscheiden.

Insgesamt handelt es sich um eine häufige neurologische Erkrankung (in Köln leben ca. 1500 Menschen, die an MS erkrankt sind), die besonders in den mittleren geographischen Breitengraden mit gemäßigtem Klima auftritt. Das Alter bei Beginn der Erkrankung liegt zumeist zwischen 20 und 40 Jahren, Frauen sind häufiger betroffen als Männer (Verhältnis 3:2).

Bezüglich der Verursachung der MS sind noch keine abschließenden Aussagen möglich. Vermutet wird, dass es sich um ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Ursachen handelt. Eine zentrale Rolle spielt bei allen Überlegungen das Immunsystem, das für die Unschädlichmachung von Krankheitserregern, die in den Körper eindringen, verantwortlich ist. Es kann in diesem komplexen Geschehen zu einer Fehlreaktion kommen, eigenes Gewebe kann als fremd erkannt und durch die eigene Immunabwehr angegriffen werden. Eine solche Autoimmunreaktion ist bei der MS zu vermuten.

Zur Auslösung der MS bedarf es wahrscheinlich verschiedener Faktoren, eine genetische Prädisposition wird nicht mehr ausgeschlossen. Weiterhin sind immer wieder Hypothesen über akute Infektionen, Verletzungen oder aber auch psychische Belastungen als Auslöser zu hören. Überzeugende Forschungsergebnisse fehlen bzgl. letztgenannten Aspekts jedoch noch.
Aktuelle Informationen und Forschungsergebnisse finden Sie unter www.dmsg.de

Sie möchten MS leichter verstehen? Schauen Sie sich einfach die Präsentation an. Hier lernen Sie Zusammenhänge kennen, Symptome und Therapiemöglichkeiten und können Symptome an Hand von Fallbeispielen simulieren und besser verstehen.

Quelle: DMSG-NRW.de